Bericht zur zweiten Runde der 2.Frauenbundesliga
Nachdem das erste Spiel am Samstag mit 0,5 zu 5,5 verloren gegangen war, traten wir mit einer auf drei Positionen veränderten Mannschaft am Sonntag gegen BSV Weissblau Leipzig an. Im Sinne der Jugendförderung des SV Empor Berlin soll jedes gemeldete talentierte Mädchen auch Einsätze in der 2.Bundesliga erhalten. Gespielt wurde in der schönen Aula der Käthe-Kollwitz-Oberschule, die Spielbedingungen wurden vom Schiedsrichter als optimal bezeichnet. Viel Platz, viel Licht und ausgezeichnetes Spielmaterial sorgten für gute Rahmenbedingungen. An dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank an den Direktor Herrn Blach und an die beiden Hausmeister Herr Roth und Herr Schiffer für ihre Hilfe.
Nun zum Wettkampf: Gegen die mit der halben polnischen Nationalmannschaft antretenden Leipziger ging auch dieser Wettkampf mit 0,5:5,5 verloren. Allerdings wäre das Ergebnis bei besserer Chancenverwertung bei weitem nicht so hoch ausgefallen. Dies sollen einige Partienausschnitte demonstrieren.
Am ersten Brett erreichte unsere 16jährige ungarische FM Boglarka Bea in einer überzeugenden Positionspartie folgende Gewinnstellung mit Weiß gegen die polnische GM Szczepkowska-Horowska.

Mit 36.Dxe5 (Drohung Txg7) oder Lxd5 gewinnt Weiß schlagartig, es geschah leider 36.La2 und die Partie endete remis.
Am zweiten Brett wurde Elisa Silz in einem c3-Sizilianer mit der fragwürdigen Neuerung Sa3 von der polnischen IM Matras-Clement konfrontiert.
Nach einfach 10….cxd4 11.Sb5 De4 oder 11…e5 muß Weiß um Ausgleich bemüht sein. Es geschah stattdessen 10…a6? 11.Sc4! und Weiß gewann.
Auch am dritten Brett hatten wir große Remischancen. Hier konnte Thi Hong Nhun Khuong gegen die polnische IM Katarzyna Toma ein leicht schlechteres Läuferendspiel leider nicht halten.
Am vierten Brett ergab sich in einer echten Kampfpartie folgende Position zwischen der Jugend- kaderspielerin Elina Lagunow und Petra Schulz.
Mit 43…fxg3 44.Lxg3 Kb5 war hier eine klare Remisstellung zu erzwingen. Elina spielte leider 43…g5 und verlor.
Am fünften Brett stellte die 11jährige Anna Denkert leider nach guter Eröffnungsbehandlung eine Figur ein, vielleicht schwang hier noch der Ärger über die verdorbene Gewinnstellung vom Vortag mit.
Am sechsten Brett hatten wir eine ganz besondere Spielerin eingeladen, die 74jährige (!) Johanna Feierabend, Berliner Meisterin von 1959 und 1960 und auch bekannt durch ihren Fernsehauftritt 2009 bei RTL “Das Supertalent” – Video bei clipfish.de. Und sie machte ihre Sache auch hier ausgezeichnet. Erst nach hartem Kampf streckte sie gegen Dr. Anita Just nach 52 Zügen die Waffen.
Mit 20….Sxb6 21.Lxb6 Dxf4 hätte Johanna hier mehr als ausreichende Kompensation für den Qualitätsverlust erzielen können.
Alles zusammen eine tolle Vorstellung gegen sehr starke Gegnerschaft. Anschließend noch ein ganz besonderer Dank an die Familie Alcer, die sich rührend um unseren ungarischen Gast kümmerte und an die Empor-Helfer Rudi Witzke (der Vereinsvorsitzende packte selber mit an), Joachim Schwarz, Matthias Salz, Christoph Köppe und besonders Matthias Schmidt (Imbiss), ohne deren Einsatz die beiden Wettkampftage nicht zu bewältigen gewesen wären.
Die Frauenmannschaft von Empor Berlin am zweiten Wettkampftag.
Zum » Bericht vom ersten Wettkampftag (Homepage des BSV)
Zum » Bericht über das Bundesligawochenende bei der “Prenzlberger Stimme”
