NVM u14: Gut gepunktet und viel gelernt!

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Parallel zu Güstrow (u14w) und der u16 traten wir mit der u14 in Magdeburg an. Auch ohne Jakob Scheinhütte und Floyd Schmid (beide waren bei der u16 im Einsatz) und Anna Denkert (spielte bei der u14w) hatten wir ein starkes Team zusammen – der u14-Jahrgang ist bei uns halt sehr gut besetzt. Die Brett-Reihenfolge lautete  Robert Denkert, Johannes Trotzke, Dan Topaj, Gabor Nelk und Leon Feyer. Bis auf Robert können alle auch noch nächstes Jahr in der u14 spielen – Jakob und Anna dazu, das lässt hoffen!

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Im Feld der 17 Teilnehmer waren wir immerhin an Nr. 11 – also im hinteren Mittelfeld – gesetzt. In Runde 1 durften wir gleich mal gegen die Nr. 3 der Setzliste ran, den Hagener SV – im Schnitt über 200 DZ pro Brett „schwerer“. Das das nichts heißen muss, hat unser Team gleich in dieser Runde bewiesen: Sieg für Robert am Spitzenbrett, Unentschieden an Brett 2 und 3. Nur Leon unterlag in seinem ersten Einsatz bei einer Norddeutschen Meisterschaft. Endstand 2:2, nachdem Gabor den nahen Sieg leider verschenkte (Fritz sah zeitweise einen Vorteil von über + 10.0…).

Runde 2 verschaffte uns mit der Nr. 16 Aufbau Elbe Magdeburg ein vermeintlich leichtes Los, der 3-1 Sieg war jedoch schwerer als erwartet.

Mit Königsspringer Hamburg erwartet uns in Runde 3 ein etwa gleichstarker Gegner. Nach 30 min hatte ich arge Bedenken, denn die „Springer“ hatten sich offensichtlich sehr gut auf uns vorbereitet. Johannes musste gegen die im Turnier sehr gut aufspielende Berfin Lemke dann auch später die Waffen strecken, aber Robert und Dan konnten die zwischenzeitliche Führung herausholen. Leon musste nun unbedingt „die Kasse halten“ und mit einem Unentschieden den Mannschaftssieg sichern. Das wurde zum Geduldsspiel! In der längsten Partie der Runde erarbeitete er sich nach einigem Auf und Ab die bessere Stellung und bei Turm + Bauer gegen Turm überschritt der Gegner die Zeit. 3:1 – Sieg!

An Tisch 2 vorgerückt, wartete in Runde 4 mit dem SK Doppelbauer Kiel (die Nr. 5) der nächste schwere Brocken auf uns. Robert unterlag nach einem Rechenfehler schnell, auch Johannes musste die Partie nach einigen vorangegangenen Ungenauigkeiten doch noch Remis geben.

Ein hübsches geometrisches Motiv – Mit 38.Sxd3! (auch Lxd3! gewinnt) knackte Dan das schwarze Bauernzentrum und nahm gleich auch noch einen Turm mit… auf 38…Dd5 folgt 39.Dxc4!

Aber Dan gewann erneut, so dass die Hoffnungen wie in Runde 1 auf Gabor ruhten, der zumindest noch das Remis sichern konnte (mit viel Glück im Endspiel!) – 2:2 Unentschieden und weiter ungeschlagen…

Das Losglück war uns nicht hold – mit den Chemikern aus Weißensee trafen wir in Runde 5 auf die Nr. 2 der Setzliste. Na ja, wir waren es gewohnt: ca. 250 Punkte Unterschied an jedem Brett… Und tatsächlich: Die Chance war da: Robert spielte gegen Johann Donath scharf auf und hatte zeitweise + 4.0 Vorteil. Aber in scharfen Stellungen reicht ein falscher Zug – 0:1. Johannes stellte mit einer Konzentrationsschwäche eine Figur ein – 0:2 und Elisabeth Koch besiegt Dan mit einer sehr genau gespielten Partie. Ein Lichtblick an Brett 4: Harmonischer Figurenaufbau von Leon – erst als er sich im Mittelspiel für den falschen Bauernvorstoß im Zentrum entschied, war das 0:4 besiegelt.

Und weiter geht es mit schweren Gegnern: Der USV Halle (#4) wartet in Runde 6, etwa 220 DWZ mehr als wir an jedem Brett. Robert rettet sich mit zwei aktiven Türmen in die Zugwiederholung, Dan erspielt sich einige Vorteile, aber nach Abtausch der Schwerfigurenbatterie bleibt kein Gewinnpotential mehr übrig. Johannes wankt, verteidigt passiv, aber lange erfolgreich seinen Skandinavier. Dann reichen offensichtlich die Kräfte nicht mehr – erneut Figuren- und damit Partieverlust. Zwischstand 1:2. Gabor hat eine  umkämpfte Stellung, in der noch alles möglich ist. Aber Gabor fehltle nun wohl ebenfalls Kraft und Selbstvertrauen.Die erste Angriffswelle abgewehrt, standen Gabors Figuren ideal – zum Gegenangriff bereit, selbst ein 2-zügiger Figurengewinn war drin. Zu passiv verteidigt, Konterchancen übersehen – im schwierigen, aber immer noch chancenreichen Endspiel dann das folgenschwere 46…Kd6, das die Bewertung von Ausgleich auf +5.0 für Felix Schulte schnellen lässt – 0-1 und die zweite Teamniederlage ist perfekt.

Runde 7: Mit einem abschließendern Sieg gegen einen vielleicht mal DWZ-gleichstarken Gegner wollte wir noch eine positive Gesamtbilanz schaffen. Aber Pustekuchen, wir wurden gegen den USV Halle ausgelost, der in Runde 6 TuS Makkabi einen großen Kampf geliefert hatte und sich noch zur DVM qualifizieren wollte.  Der Kräfteverschleiß bei Gabor und Johannes war offensichtlich, aber ich konnte nur einen Spieler auswechseln. Gabor musste also durchhalten! Robert geriet gegen Josefine Heinemann in einen vernichtenden Angriff und bald in Materialnachteil. Alle taktischen Tricks (32…Sfg5!) wurden von Josefine abgewehrt, 0:1. Gabor verlegte sich auf eine passive Raumdeckung zwischen der 5.-8.Reihe, dass ging auch nicht lange gut. 0:2.Bei Dan griff der Gegner zu einem inkorrekten Figurenopfer auf b4. Dan verteidigte sich sehr umsichtig und siegte nach 63 Zügen. Leon stürzte sich mit dem Figurenopfer 15.Lxg5 in hochriskante Verwicklungen mit unklarer Materialverteilung. Die Spannung blieb bis weit in das Endspiel und erst kurz bevor es zur offensichtlichen Niederlage kommen würde, erlaubte ich das Remisangebot – das auch angenommen wurde, weil damit für den USC Platz 5 und die Qualifikation (Ausrichterplatz für Sachsen/Anhalt) gesichert war. 1,5:2,5-Niederlage und plötzlich waren wir auf Platz 14 abgerutscht – wo wir doch so lange weit vorn mitgespielt haben… TuS Makkabi (Deutscher Meister 2011 in der u12) wurde verlustpunktfrei Norddeutscher Meister u14 (ein Team,  dass im nächsten Jahr noch komplett in der u14 spielen kann!), dahinter folgte mit Chemie Weißensee ein weiteres Berliner Team. In der u12 siegte unangefochten der Hamburger SK, mit GW Baumschulenweg auf Platz 5 ergatterte auch hier eine Berliner Mannschaft noch einen Qualifikationsplatz, Zitadelle Spandau kam auf Platz 12 ein (18 Teams).

Die alte Weisheit: „Beim Schweizer System entscheiden die letzten beiden Runden“ hat sich einmal mehr bewahrheitet. Letztendlich spielten wir gegen die Nummer 2,3,4,5 und 6 der Setzliste (sowie #12 und 16) bzw. 2,3,4 und 5 der Abschlußtabelle – und das mit nahezu ausgeglichenem Ergebnis (6:8 Punkte, 12.5:15.5 Brettpunkte). Allerdings ist mir nicht verständlich, warum bei den Mannschaftswettbewerben der DSJ /NDSJ Brettpunkte statt der Buchholzwertung als 2.Wertung berücksichtigt werden (dann wären wir Zehnter). Das hat Berlin schon seit Jahren abgeschafft! Ein gutes Turnier mit überwiegend guten Leistungen unserer Spieler und auch mit ordentlichen DWZ-Gewinnen – insbesondere für Dan.