Zu Gast bei der Zweiten

Zu hoch verloren

Am gestrigen Sonntag gab es einige schachliche Leckerbissen der zweiten Mannschaft zu bestaunen, neben guten Ansätzen waren auch leider grobe Böcke und fehlende prophylaktische Maßnahmen zu sehen. Fabian machte in einem Stonewall im Anzug zu ziemlich alles falsch, was man in diesem Stellungstyp falsch machen konnte und verlor glatt, Felix am zweiten Brett profitierte davon, dass sein Gegner die Zugreihenfolge in einer scharfen Position vertauschte und statt auf Gewinn dann auf Verlust stand, den technischen Teil löste Felix dann bravourös. Valentin hatte in einem gut gespieltem MacCutcheon mehrfach die Gelegenheit leicht zu gewinnen, ließ aber dann ein Dauerschach in Zeitnot zu. Sander übersah in klar besserer bis Gewinnstellung eine einfache Ablenkungskombi und auch hier wechselte der volle Punkt den Besitzer. Bernd spielte eine perfekte Partie, nachdem sein Gegner durch unmerkliche Ungenauigkeiten in Nachteil geraten war, ließ er leider d4 mit Ausgleich zu, nach De3 statt Td2, spielt Weiß auf Gewinn. Das diese Partie dann noch verloren wurde bleibt ein Rätsel. Wolfgang wurde eröffnungstechnisch von seinem Gegner schwindelig gespielt, hier ist der erreichte halbe Punkt im Wesentlichen der jugendlichen Ungeduld geschuldet. Thomas verpatzte die Eröffnung und stand dann mit dem Rücken zur Wand, verteidigte sich aber zäh, nach Se3+ und ggf. Sf5 kann Schwarz noch gut mitspielen, in Zeitnot machte er es aber seinem Gegner viel zu einfach. Die beste Partie spiele Rainer, nachdem er die Tempoverluste seines Gegners mit einem herrlichen Blockadeopfer a la Karpov bestraft hatte, ging es darum die technische Gewinnstellung zu verwerten, fehlende Prophylaxe gegen die Öffnung des Damenflügels und einfaches taktisches Übersehen, führten in eine Verluststellung, die aber durch ein Remisangebot aufgehoben wurde. Das am Ende stehende 2,5:5,5 hatte nicht viel mit dem Wettkampf zu tun; die überwiegend erreichten guten Stellungen lassen aber optimistisch in die Zukunft blicken.