DEM 2022: Tag 2 und Tag 3 – Gute Ernte

Am Pfingstmontag ging es weiter bei der Deutschen Meisterschaft in Willingen. Ennio musste am frühesten aufstehen, weil er als einziger eine Doppelrunde hatte und seine Partie schon um 8:30 anfing.

Es war ein nervenaufreibendes, spannendes Spiel, es ging hin und her, aber letztendlich entstand eine Stellung, wo Ennio seine Stärken besonders gut herausbringen konnte und so gelang es ihm,  den Gegner taktisch auf die zwei Schultern zu legen.

Die anderen konnten also ein bisschen mehr schlafen und den Vormittag nutzen, um in den Pool zu gehen, oder mal eine Runde Tischtennis zu spielen.

Die Runde fing um 14:30 an – alle aus der Empor Delegation mussten ans Brett. Ab 15 Uhr gab es zum Thema Kinderschutz eine Pflichtveranstaltung für Landestrainer (organisiert von der DSJ), also konnte ich die Partien eine Zeit lang nicht genau verfolgen. Als ich wieder auf die Partien blickte, wurde ich besorgt.

Ennio hatte eine Qualität weniger und das Spiel ging auf das Endspiel zu, Paul machte gerade einen sehr riskanten Angriff im Sizilianer am Königsflügel, obwohl er kurz rochiert war. Die Partien von Anker, Lars und Maximilian wurde nicht übertragen. Jede Landesdelegation verfügt zwar über genau eine sogenannte blaue Karte, mit der einer der  Landestrainer mal in den Spielsaal gehen kann, aber die wurde gerade von jemand anders genutzt.

Also konnte ich nichts anderes tun, aber auf das Beste hoffen. Erst kam Maximilian raus. Er hat souverän gegen einen stärkeren Remis gespielt. Schöne Leistung! Lars war der nächte, leider hat er unglücklich verloren. Ennio gelang es nach einem groben Fehler des Gegners, die Partie im Endspiel noch zu drehen und gewann am Ende. Anker nutzte die Fehler seines Gegners aus und machte seinen ersten Punkt ohne größere Probleme sicher. Paul hat eine sehr wilde Partie gespielt, die wahrhaft fast von Zug auf Zug hin und her schwang. Zum Glück machte der Gegner in Zeitnot den letzten Fehler. Nun 2 von 3 für Paul.

Am Dienstag ging es ab 9 Uhr weiter. Wir trafen uns also eine halbe Stunde später als gewohnt, erst um 7:58 zum Frühstück.

Diesmal habe ich die blaue Karte bekommen und konnte die Runde vom Saal aus verfolgen. Lars hat in der Eröffnung ein bisschen zu optimistisch gespielt, wonach er ins Nachteil kam. Konsequent kämpfte er sich zurück. Da der Gegner in einer ausgeglichenen Stellung einen schweren Fehler machte, konnte er die Partie gewinnen. Schön gemacht!

Maximilian hatte leider weniger Glück. Nach einem Einsteller in der Eröffnung kam er zwar noch ganz gut zurück, aber dann öffnete er unnötig die g und f Linie, wodurch die schwarzen Türme plötzlich aktiver wurden. Nach einer misslungenen Abwicklung war die Partie im Bauernendspiel nicht mehr zu retten.

Paul spielte im Berliner Duell gegen Aakrit Seth, der vor 1,5 Monaten die BJEM überragend mit 8,5/9 gewann. Das war aber ein anderes Turnier. Hier machte Paul kluge Züge und verwirrte seinen Gegner vollkommen, wodurch Paul einen Bauern gewann. Im Endspiel war dann Technik gefragt, aber auch hier punktete Paul mit präzisem Rechnen und sicherem Spiel. Bisher die beste Partie und 3 aus 4. Toll!

Ennio spielte eine interessante Partie, nach stark gespielter Eröffnung machte er im Mittelspiel ein paar weniger präzise Züge. Zugleich gelang er in Zeitnot. Doch genau in dieser schwierigen Situation gelang es ihm ein geniales Qualitätsopfer zu bringen, dass von dem Gegner forciert zurückgegeben werden musste und wodurch sich die Situation deutlich verbessert hat. Wenig später hätte Ennio einen Plan finden können, wodurch er (in meiner Einschätzung) gute Gewinnchances hätte bekommen können. Am Ende wickelte sich das ganze in ein gleichfarbiges Läuferendspiel an, dass laut Computer nicht zu halten ist, leider gelang es Ennio auch in der Praxis nicht.

Dafür setzte Anker seine Siegesserie fort. In einer geschlossenen Stellung gelang es ihm in  „Schlechter Läufer- Guter Springer” abzuwickeln und einen Bauern zu gewinnen. Zwischendurch hat es mal gewackelt, aber am Ende ist es ihm dann gelungen, die Partie zu gewinnen. Es war wichtig, sich nach dem nicht so erfolgreichen Turnierstart zusammen zu reißen.

Den Nachmittag nutzten die Spieler, um an die Sommerrodelbahn zu gehen. Zur Chronik des Tages gehört auch, dass unser junger U8 Spieler Artemii Belov angekommen ist. Für ihn geht es nun auch endlich los, gleich mit einer Doppelrunde, genauso wie für die anderen. Also wird es einiges zu gucken sein, drückt uns die Daumen!

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Zsigmond