Schachboxen in Armenien – Fabian und Constantin erfolgreich

Bericht von Constantin:

Die Reise nach Armenien war sehr angenehm. Die Stadt hatte eine Sowjetisch-städtische ausstrahlung. Preise waren sehr billig und die Leute sehr freundlich. Das Agan-Hotel hat mir sehr gut gefallen. Am Tag meines Kampfes war meine Stimmung erstmal normal. Dass ich gleich der 3te Kampf überhaupt war, hat mich nicht gestört.


mit Musik in den Ohren kam ich dort an gespannt auf meinen Kampf. Ich und mein Trainer Robson gingen irgendwann in die Kabine, um mich vorzubereiten. Mein Wille stieg den ersten Kampf zu gewinnen und ging siegessicher backstage, wo auch mein Gegner wartete.
Wir unterhielten uns und erzählten beiden, dass es unsere erste Weltmeisterschaft war. Ich war mir immer noch sicher das ich den Kampf gewinne, obwohl ich durch sein
Instagram wusste, dass er mehr echte Ring Erfahrung hatte als ich. Danach ging es auch gleich auf die Bühne. Etwas nervös mich gleich vor allen zu zeigen, hat sich aber wieder gelegt, weil ich mittlerweile mit nervösen Situationen umgehen konnte. Wir setzten uns hin, gaben uns die Hände und setzten die Kopfhörer auf. Direkt nach meinem ersten Zug war meine Konzentration dem Brett gewidmet und verspürte keine anderen Sorgen. Nach der Eröffnung wurde schnell klar, dass ich im Schach gewinnen würde. Dann ging es auch schon in den Ring. Die spannung stieg und hatte nun doch etwas angst. Der Schiri gab den start und als die ersten Schläge vom gegner kammen und alles war vergessen.
Keine Zeit zum Nachdenken. nur versuchen, den Schlägen auszuweichen und an den Gegner ran zu kommen. Die Schläge taten nicht weh, sie waren nur nervig, gaben mir keine Zeit zum Nachdenken.
Ein Schlag war ein direkter Treffer an meinem linken Auge. Keine Schmerzen, aber wie eine Blendgranate betäubte er mich und nahm mir meine Handlungsmöglichkeiten.
Mit dem Rat meines Trainers aus der Ecke schaffte ich es mit „Clinchen“ in die zweite Schachrunde. Entgegen meinen Erwartungen war mein Verstand doch klar und hatte keine Probleme, über meine Schachstellung nachzudenken. Lust auf eine zweite Box-Runde hatte ich in dem Moment allerdings nicht. und war sehr froh im letzten Moment, ein Schachmatt zu sehen. Und so ging meine erste SchachBox-Runde zu Ende.

Erfreulich über mein Sieg, war ich allerdings nicht über mein Boxenleistung. Aber wie auch? So schnell wie die Boxrunde begann, war sie wieder vorbei. Keine Zeit zum Nachdenken, keine Pausen.

Die zweite Runde ging schnell vorbei. Ich wusste, ich muss wieder im Schach gewinnen. Ich stellte also absichtlich eine Qualität ein, in der Hoffnung, Raum für meine Figuren zu erlangen.
Doch bevor ich irgendwas machen konnte ging es direkt in den Ring. Noch fertig von der ersten Runde versuchte ich gegenhalten mit wenig Erfolg.
Mein Trainer schmiss das Handtuch, um mich vor dem erfahrenen Boxer zu schützen.

Erfreut doch überhaupt einen Kampf gewonnen zu haben, hatte ich nun eine ganze Woche Zeit den anderen dabei zuzuschauen wie jeder, genauso wie ich auch ein blaues Auge kriegte und merke, dass viele Kämpfe genauso chaotisch aussahen wie ich mich im Ring gefühlt habe.