2. Runde – Basti gegen CM Aaron Matthes (DWZ 2217) 09/25/2025
In der zweiten Runde traf Basti auf CM Aaron Matthes und hier gab es keine Überraschung. Wieder einmal war die Vorbereitung nicht auf die richtige Eröffnung gerichtet, auch wenn ein Teil davon aufs Brett kam. Entspannt und ohne Aufregung ging es an die Bretter. Es entstand ein moderner Sizilianer, den Aaron von der weißen Seite ebenfalls spielt und sich daher bestens auskannte.
Ich entschied mich für ein Setup, das solide ist und das ich auch selbst mit Schwarz ab und zu spiele. Es entwickelte sich eine ruhige Partie ohne Schlagzüge und Aaron verbesserte seine Stellung Zug um Zug, bis ein kleiner Vorteil entstand. Ich dachte an Ausgleich und vielleicht an etwas Angriff, aber meine Figuren waren nicht ganz sinnvoll koordiniert. Zwei Pläne liefen ineinander und so fehlte mir etwas Tempo. Mit der Zeit erhöhte mein Gegner den Druck auf die Stellung und ich ging zum Gegenangriff über, den ich dann leider nicht zwingend fortsetzte. Da wäre etwas mehr Gegenspiel möglich gewesen.
Aarons aktiver Läufer schnitt durch die Stellung wie Butter und ich musste mir Gedanken machen. Der erste Bauer fiel, ein Randbauer, was noch zu verkraften war. Es folgte ein unangenehmer Springer. Die Luft wurde dünn, aber noch hielt alles. Ld1 mit Angriff auf die Dame sollte dann das Zünglein an der Waage werden. Die taktischen Probleme, die dieser Zug mit sich brachte, hatte ich einfach nicht auf dem Schirm. Eine Lösung für das Problem hatte ich zwar gesehen, konnte sie aber nicht richtig einschätzen. Da hätte man besser weiterspielen müssen.
Ich entschied mich, den Springer dazwischen zu stellen. Der Ld1 wirkte zugleich als Unterbrechung und im nächsten Zug wurde mir bewusst, was geschehen war. Mindestens eine Qualität weniger und erzwungener Abtausch waren die Folge. Ich versuchte noch ein paar Tricks, aber diesmal sollte es nicht sein. Ein gutes Spiel und eine sehr nette Analyse mit meinem klar besseren Gegner beendeten den Abend. Der Favorit siegte. Danke Aaron, vielleicht wieder im nächsten Jahr.
Runde 1 – Unsere Jugendlichen gerade zurück von der NVM und beim Training und die Älteren noch halb in Urlaubsstimmung. Das ergab die Möglichkeit für Roman und Basti, im Pokal noch einmal Erfahrung zu sammeln. Roman ergatterte sogar noch einen der Reserveplätze, und in lockerer, aber sehr ernster Runde wurde nach der Anmeldung die Aufstellung im „En Passant“ verlesen. An 14 Brettern wurde gespielt.
Roman saß am Brett 7 mit Weiß gegen Feikes, Joerg (DWZ 1930), und Basti an Brett 9 gegen Piotrowski, Christopher (DWZ 2075). Natürlich hatten wir keine Ahnung, wer unsere Gegner waren, also konnten wir frei aufspielen.
Schachturnier-Ergebnisserver Chess-results.com – Berliner Pokal-Einzelmeisterschaft 2025
Roman kam gut in die Partie, stellte sich in seinem gewohnten Aufbau ordentlich hin, verdoppelte die Türme und hatte viel Potenzial mit Bauernsturm gegen den König. Doch was tun? Seit Ende der BMM kaum noch am Brett, suchte er nach Plänen und genauer Berechnung. Er stand gut, aber wie lösen? Ein Rechenfehler und der schöne Vorteil war verflossen. Nun ein kleiner Vorteil beim Gegner. Als sich die Möglichkeit zum Dauerschach ergab, griff Roman zu. Solide Leistung und wieder DWZ-Plus.
Danach ging es nach einer kleinen Pause zum Blitzen. Eine Entscheidung musste her. Vertauschte Farben und im Modus 3+2 startete die Uhr. Hier sah man klar, dass Spielpraxis fehlte. Für einfache Entwicklungszüge ging einfach zu viel Zeit drauf. Beim älteren Gegner war die Chance da, etwas rauszuholen, er spielte auch schon etwas langsamer. Doppelbauern in der Mitte, Spiel vorhanden, doch nach einem aggressiven Zug wurde Roman aufgabelt. Fair wie immer gab er nach dem nächsten Fehler auf.
Im Rückspiel dann wieder zu langsam, der Gegner solide, auf Zeit drückend. Angriff auf den König, Gegner übersieht den Bauern und da kam Romans Schach. Gleichzeitig drohte allerdings Matt in 1 gegen ihn. Ich dachte noch, das wird er doch sehen, doch nein. Partie eingestellt. Trotzdem ein gutes Ergebnis und es hat Spaß gemacht.
Basti hatte wie eigentlich immer bei Turnieren Schwarz. Ich musste innerlich schmunzeln, als erneut die gleiche Eröffnung wie letzte Woche aufs Brett kam. Gut, dass ich da noch überlegt hatte, wie ich das besser spielen könnte. Die Nachbereitung half. Trotzdem blieb die Stellung im Katalanen kritisch, aber immerhin ein Bauer mehr für mich.
Die Partie war voller Spannung, ohne dass ich viel Spiel hatte. Der König musste rochieren, der Gegner machte es mir schwer. So blieb nichts anderes, als Bauern zurückzugeben, um endlich zu rochieren. Die Stellung war ausgeglichen. Meine Dame stand etwas abseits, Weiß hatte zwei isolierte Bauern. Nach einigem Manövrieren befreite ich mich, meine Dame kam ins Spiel, nur um bald wieder am Rand zu stehen.
Ausgeglichen, dachte ich. Die Engine sah das wohl anders und meinte, die Dame sei eingesperrt. Mein Gegner, frisch aus der Sommerpause, bemerkte es aber nicht und spielte zentral weiter. Unter zunehmendem Zeitdruck unterlief ihm ein Fehler, ich gewann einen wichtigen Zentrumsbauern. Das brachte ihn so aus der Ruhe, dass er ein wenig später eine Taktik zuließ. Er sah es sofort, ich zunächst nur den Angriff auf meinen König. Das beschäftigte mich, oder den Abtausch zwei Türme für die Dame und dann den Bauern schieben. Da sah ich die Taktik. Fehlercheck und Vorteil. Noch einen Zug später, wieder ein Fehler, und mein Gegner, sichtlich enttäuscht, gab mir die Hand.
Ein schöner Sieg gegen einen starken Gegner. Hier folgt sicher noch eine Nachanalyse. Nächste Woche geht es weiter in Runde 2.
1,5 Punkte von 2 das lässt sich sehen. Wir sind zufrieden nach Hause gegangen.
