Weihnachtsopen in Spandau und Potsdam 2025

Weihnachtsopen – Spielerübersicht mit Chess-Results-Links

🟦 Spandau Weihnachtsopen

Start Name Verein ELO/ +/+ Punkte Platz
11 Jonas Förster Tegel / Empor 2218 +18 6 / 7 3
71 Johan Schneider SV Empor Berlin 1872 +102 5 / 7 15
106 Sebastian Klotzek SV Empor Berlin 1721 +29 3 / 7 89

🟪 Potsdam Weihnachtsopen – A-Turnier

Start Name Verein Leistung Punkte Platz
23 Henrik Lanver Empor Berlin 1754 3 / 7 18

🟨 Potsdam Weihnachtsopen – B-Turnier

Start Name Verein DWZ Punkte Platz
08 Elyas Scholz SV Empor Berlin 1038 3,5 / 7 11
05 Nikita Nilov SV Empor Berlin 1270 3,5 / 7 10

Abschluss in Spandau und Berlin 27.-30. Dezember
Die gewählte Spielzeit im Turnier mit 90min und 30sek Inkrement und keiner Bonuszeit hat doch das Turnier ein wenig durchgerüttelt und es kam zu der einen oder anderen Überraschung und auf Turnieraufgaben.

Jonas setzte ein echtes Ausrufezeichen. Nach einem souveränen Sieg in der letzten Runde kam er auf starke 6 Punkte und blieb im gesamten Turnier ungeschlagen. Da sich die vorderen Plätze gegenseitig die Punkte nahmen, musste die Zweitwertung entscheiden. Drei Spieler lagen punktgleich an der Spitze, und Jonas endete leider trotz identischer Punktzahl auf Rang drei. Das schmälert die Leistung jedoch in keiner Weise und der Preis ist auch schön. Mit nur zwei Remis und ohne Niederlage zeigte er ein Turnier auf sehr hohem Niveau und knüpft eindrucksvoll an seine alten Leistungen an.

Auch Johan sorgte für ein Highlight. Nach einem kleinen Hänger kämpfte er sich stark zurück und fegte seinen Gegner in der letzten Runde regelrecht vom Brett. Mit 5 Punkten erreichte er einen sensationellen 15. Platz, punktgleich mit Rang 8, bei nur einer Niederlage und Startplatz 67. Besonders bemerkenswert ist das Wertungsplus von rund 100 Punkten. Eine überragende Leistung, die großen Applaus verdient.

Basti hatte zwar eine eher bescheidene letzte Runde, konnte sich aber im starken Feld aus seiner Sicht gut behaupten. In vier Partien ließ er klare Gewinnstellungen liegen, jeweils gegen durchweg stärkere Gegner. Am Ende belegte er Rang 89 und machte 29 Wertungspunkte gut. Eine gute Leistung mit Luft nach oben.

Henrik spielte parallel in Potsdam und konnte in seinem ersten Turnier 3 Punkte aus 7 Partien holen. Mit einer Turnierleistung um 1700 sollte er nun mit einer ordentlichen DWZ einsteigen. Glückwunsch dazu.

Nikita und Elyas erreichten im gemischten Feld jeweils 50 Prozent der Punkte und zeigten eine gute Leistung. Da mehrere Gegner noch ungewertet sind, ist das Endergebnis aktuell etwas schwierig einzuschätzen. Insgesamt aber auf jeden Fall ein gutes Turnier und ein gelungener Auftakt zum Warmbleiben für das kommende Jahr.

5. und 6. Spieltag

Lange Spiele, aber insgesamt gute Laune. Jonas weiter ohne Niederlage. Johan und Basti mit einer Niederlage.

Johan war noch etwas gezeichnet von seiner unnötigen Niederlage zuvor, konnte nicht besonders gut schlafen und entschied sich daher im ersten Spiel für ein schnelles Remis, um etwas durchzuschnaufen. In der zweiten Partie sah es zunächst ganz ordentlich aus. Dann geriet er jedoch ins Hintertreffen und konnte nur mit hartnäckiger Verteidigung dagegenhalten und sich am Ende den halben Punkt sichern.

Jonas holte im ersten Spiel einen vollen Punkt, mehr ist dazu nicht zu sagen. In der zweiten Partie spielte er gegen den Turnierdauerbrenner Sergej Krefenstein, der gefühlt immer dabei ist. Jonas spielte gut und gewann mit einer schönen Springertaktik einen Läufer. Weiterhin ohne Niederlage auf Platz 4 und morgen mit einem ganz harten Gegner ist das Podium möglich.

Bei Basti gab es eine sehr komplizierte Slawisch-Partie. Zunächst ausgeglichen, dann mit kleinem Vorteil, und plötzlich ging die Post ab. Ich stand total auf Abriss, auch wenn noch nicht ganz klar war, wie genau. Mein Gegner entschied sich zur Vereinfachung mit Materialvorteil, eigentlich eine gute Entscheidung, doch sein Springer war in der Ecke gefangen. Nach einem Gegenopfer war die Stellung nicht mehr ganz klar und die Bauern kamen ins Rollen. Eigentlich super gespielt, auch wenn die Engine meckert und wohl noch Ausgleich sieht. Den Punkt habe ich trotzdem dankbar mitgenommen.

In der zweiten Partie, gestärkt durch eine tolle Pizza in Spandau, spendiert von Jonas, ging es weiter. Eine völlig solide Stellung, aber leicht nachteilig. Ich wählte einen geduldig abwartenden, soliden Aufbau und wollte später mit dem Angriff beginnen. Mein Gegner kam mir jedoch zuvor und drückte am Damenflügel. Die Frage war nur, wie er durchkommen wollte.

So kam es bei ihm zu einem zu passiven Zug und ich kam ins Spiel, verschärfte die Stellung und gewann den ersten Bauern. Nach dem zweiten Bauern wurde ich zu gierig. Den dritten und vierten hätte ich nicht nehmen dürfen, da ich meine Dame hatte fangen lassen. Mein Gegner musste zwar viel Material geben, aber laut Engine stand es weiterhin auf null. Ein schweres Spiel, zumal mein Gegner nur noch auf Inkrement spielte. Ich verbesserte Schritt für Schritt meine Stellung, wertete alles ab und nach weiteren kleinen Fehlern meines Gegners lief mein b-Bauer. Mit einer schönen Taktik wurde weiter abgewickelt und mein Läufer deckte alles ab.

Dann ging es nur noch darum, die Partie sauber zu Ende zu bringen. Mein Gegner opferte seine Dame. Patt. Schock. Ich wollte ihm die Hand geben und zu einem guten Spiel gratulieren und bemerkte erst in diesem Moment das Unglück.

Nach dem Spielverlauf ist das Ergebnis in Ordnung, aber ärgerlich war es trotzdem sehr. Morgen steht noch eine Runde an. Insgesamt läuft es bei allen ordentlich.

Neuzugang Henrik Lanver in Potsdam mit 3 von 6 mit starker Leistung. Sein erstes Turnier und dann gleich gegen solch starke Gegner. Gratulation. Elyas mit 2.5 und Nikita auch mit 2.5 schon komisch das da 1700er im B open mitmachen, naja. 


Spiele auf dem Podium von Johan und Jonas!!! 3.und 4te Runde

Erholt über die Nacht und mit positiver Energie ging es in die nächsten Spielrunden.

Jonas startete mit einer ganz trockenen Stellung. Mit dem Wissen, dass es noch ein langes Turnier ist, entschied er sich in dieser Runde für ein schnelles Remis. In der zweiten Partie ging es ebenfalls ruhig zu. Er hatte kleine Vorteile, konnte diese diesmal aber nicht nutzen. Schade, da war mehr drin. Am Ende noch einmal Remis auf den Podestplätzen und weiterhin ohne Niederlage. 3 aus 4 Punkte. Sauber.

Johan begann ebenfalls sehr stark. In der ersten Runde kam er solide aus der Eröffnung, während der Gegner Druck machte. Johan blieb entspannt, spielte ruhig und sicher, bis sein Gegner überzog und mit der Brechstange versuchte durchzukommen. Ein Figurenopfer ohne Kompensation, es gab kein Durchkommen. Drei Züge später sah der Gegner ein, dass er den König nicht erreicht, und gab auf. In der zweiten Partie auf dem Podium ging es gegen den amtierenden Pokalsieger Michael Strache. Von Nervosität keine Spur. Johan kam wieder gut in die Partie und machte schön Druck. Michael verteidigte konsequent, keiner gewann klar die Oberhand und alles sah nach einem Remis aus. Doch Johan, schon ein wenig müde, ließ sich von einer Kleinigkeit überraschen und verlor unnötig eine Qualität in zuvor völlig ausgeglichener Stellung. Wirklich schade, aber trotzdem eine super Leistung gegen einen solchen Gegner. Ebenfalls 3 aus 4 Punkte. Stark.

Bei Basti war wieder Naturschach angesagt, diesmal gegen zwei sehr sympathische junge Spieler. In der ersten Partie gegen Veronika Lorenz, die etwas Schützenhilfe in der Eröffnung hatte, kam eine Variante aufs Brett, die ich mir am Abend zuvor noch angeschaut hatte. Wie so oft spielte ich dann aber genau nicht das, was vorbereitet war. Veronika wollte früh den Deckel draufmachen und verkomplizierte die Stellung, und das gegen den König des Chaoses. Die Stellung wurde immer wilder, Material blieb auf dem Brett, alles wurde weiter verschlimmbessert. Irgendwann kippte die Partie. Ich hatte die richtige Lösung gerechnet und sogar Material gewonnen, zog dann aber etwas anderes. Trotz Materialgewinn hatte Veronika so viel Spiel, dass nichts mehr zu machen war. Ein sehr unterhaltsames Spiel, wirklich schade, ein Sieg wäre aber auch etwas unverdient gewesen.

In der zweiten Partie wartete der nächste Gegner +1900er. Die Vorbereitung lief diesmal besser und brachte ihn früh aus dem Konzept. Gute, wenn auch nicht optimale Züge von ihm ermöglichten mir aktives Spiel mit Kompensation. Viel Druck, wenig Gegenspiel, und ich konnte mir Schritt für Schritt einen deutlichen Vorteil erarbeiten. Dann wieder nicht richtig gerechnet, sehr ärgerlich. Es folgte der nächste Fehler und die Stellung kippte erneut. Zum Glück konnte ich noch Mattdrohungen aufbauen und in großer Zeitnot meines Gegners einigten wir uns schließlich auf Remis. 1.5/4 Gegen deutlich stärkere Gegner ist ok.

Johan, Jonas und Basti in Spandau 1 u. 2 Spieltag

Dieses Mal ging es an zwei Spielorten gleichzeitig los, rund 250 Meter voneinander entfernt. Für unsere Abteilung startete der Tag insgesamt sehr gelungen.

Johan spielte seine erste Partie am ausgelagerten Spielort und kam bereits nach gut einer Stunde mit einem vollen Punkt zurück. In der zweiten Partie überzeugte er erneut. Gegen Turnierveteran Patrick Böttcher erspielte er sich Schritt für Schritt kleine Vorteile, immer mit viel Initiative. Schließlich bestrafte sein gutes taktisches Auge einen Fehler des Gegners. Dieser versuchte noch verzweifelt, ein Dauerschach zu erzwingen, doch Johan blieb cool und ließ nichts mehr anbrennen. Abgezockt und stark, eine klasse Leistung.

Jonas war ebenfalls bestens aufgelegt. In der ersten Partie passte die Vorbereitung perfekt und der Gegner fand sich nicht wirklich zurecht. Aus einem kleinen Vorteil wurde schnell ein großer. Jonas ging konsequent auf Damenjagd, der Gegner musste mehrfach Material geben. Brutal und ein schnelles Ende, stark.
Die zweite Partie verlief deutlich ruhiger. Lange Zeit ausgeglichen mit kaum klaren Chancen auf beiden Seiten. Doch mit seiner unnachahmlichen Art begann Jonas, die Stellung langsam zu kneten. Ein starker Springer übernahm die Kontrolle, echtes Gegenspiel kam nicht auf. Der Druck wurde immer größer, bis der Gegner schließlich resignierte. Sauber gespielt.

Bei Basti ging der Tag suboptimal los. Der Alarm hatte nicht geklingelt und dann ging es schnell los zur Bahn. Der erste Schritt nach draußen und voll hingepackt. Einfach nur Eisbahn den ganzen Weg zur Bahn. Dreißig Minuten für fünf Minuten Weg. Zum Glück war nicht mehr passiert.
Dann als erster Gegner Luca Mankel, ein alter Bekannter. Naja. Ich kam ganz gut in die Partie und Luca erarbeitete sich einen Vorteil. Wo der war, ist nicht ganz klar und wie weiter auch nicht. So spielten wir beide Rangierbahnhof und ließen unsere Springer hüpfen. Dann Ld2 und da hing einfach ein Zentrumsbauer. Die Partie war auf den Kopf gestellt. Schön weitergespielt, aber der Damenabtausch erfolgte nicht. Fehleinschätzung. Mit +3 sollte man gewinnen. So kam Luca zurück ins Spiel und eigentlich auch zum Sieg. Aber arge Zeitnot half mir, das Remis zu halten. Gerechtes Remis zum Schluss.

Die zweite Partie war dann wieder einmal reines Chaos. Eine extrem unübersichtliche Stellung, ein echtes positionelles Ungeheuer. Laut Engine müsste man dort sogar Figuren geben. Geahnt habe ich das, getraut aber nicht. So geriet ich ordentlich unter Druck. Mein Gegner fand jedoch keinen Weg zum Matt und schließlich einigten wir uns nach Stellungswiederholung auf Remis.


Kurz vor dem Jahreswechsel heißt es für unsere Spieler noch einmal tief durchatmen und ans Brett setzen. Während viele gedanklich schon bei Silvester sind, stehen für Sebastian, Johan und Jonas beim Spandauer Weihnachtsopen 2025 noch einmal konzentrierte Partien, Kampfgeist und die Lust am Schach im Mittelpunkt. Gleichzeitig ist das Turnier eine gute Vorbereitung auf die DSAM in Potsdam, die kurz darauf folgt. Ebenso versuchen es einige in Potsdam ihr Glück.

Wir wünschen euch gute Nerven, spannende Partien und dass ihr das Jahr mit einem positiven Gefühl am Brett abschließen könnt.