Alte Besen fegen gut

Empor gewinnt in Greifswald diesmal verdient mit 4,5:3,5.

Nach problemloser Anreise und Abgabe der Aufstellungen sahen uns die Wertungszahlen an 7 Brettern als Außenseiter. Zum Wettkampf: In drei Partien kam der verzögerte Zenralvorstoß e3-e4 in der Eröffnung zum Tragen, z.B. bei Hansi, der diesen durch pointiertes Spiel als Tempoverlust markierte und großen Vorteil durch eine Verschärfung des Spiels an zwei Stellen hätte erringen können, nach der ruhigen positionellen Behandlung steuerten die Kontrahenten in den Remishafen. Daniel hatte auch einen Benoni mit e3 auf dem Brett, als Schwarzer plazierte er seine Türme etwas unglücklich und stand gedrückt, kämpfte sich aber nach und nach raus und übernahm das Kommando, nach wilden taktischen Verwicklungen auch hier Remis. Bravo junger Mann, das war ein ganz wichtiger halber Punkt. Altmeister Peter initierte in einem Bird einen gefährlichen Königsangriff, nachdem sein Gegner einen unbedachten Zwischentausch ausgeführt hatte, kippte die Partie und mit wuchtigen taktischen Schlägen sicherte Peter die Beute. Elisa kam leider gar nicht aus der Eröffnung heraus, aber immerhin was gelernt, nach e4c5Sf3d6Lb5+Ld7 Lxd7Dxd700sf6e5dxe5Sxe5 scheint wohl nur Dc8 vollen Ausgleich zu garantieren. Raffa war auch wieder dabei, er produzierte mit seinem Gegner eine hochinteressante Stellung in einem Londoner, während eine gewaltige weiße Zentralmasse zur Umwandlung strebte, drohten die schwarzen Schwerfiguren auf der Grundreihe, in Verbindung mit einem Sargnagel auf h3, dem weißen König zu Leibe zu rücken. Leider konnte ich den Rest nicht mehr sehen, hatte aber die Einschätzung, dass der Angriff abzuwehren gewesen wäre. Julian spielte in einem Bird einige ansprechende positionelle Züge und erreichte Vorteil, den er aber dann gleich wieder wegstellte; das wiederholte sich mit schöner Regelmäßigkeit bis hinein, in ein technisch gewonnenes Endspiel mit Mehrqualle und -bauer. Das schicke Finale kompensiert etwas das technisch schwache Spiel:

Jonas spielte eine positionelle Glanzpartie, nachdem er in einem Dameninder, den Druck des Weißen herausgelassen hatte, ging er zu Gegenaktionen über, eroberte ein ewiges Feld auf e5 und erreichte in einem Schwerfigurenendspiel klaren Vorteil, im Mannschaftssinne gab er dann Remis. Marco, der auch als Fahrer fungierte, hatte den mit Abstand stärksten Gegner, einen schwedischen GM mit 2500 und Olympia-Teilnehmer, nach dreifacher Transformation, von Englisch zu Altindisch zu Königsindisch,entstand eine ausgeglichene Position nach der Eröffnung. Als aber Schwarz einen Bauernsturm am Königsflügel, der nur von einem einzigen Läufer unterstützt wurde, während die schwarzen Schwerfiguren sich auf a8, b8 und c8 tummelten, ausführte, erspähte Argusauge sofort die Schwäche des gegnerischen Konzeptes, erst ein Zwischenzug mit dem ein b-Freibauer geschaffen wurde, danach…Danach öffnete Marco seinerseits den Königsflügel, da seine Schwerfiguren durch den Raumvorteil am D-Flügel ein höheres Schwenkgeschwindigkeits-Potenzial aufbieten konnten, mit Eindringen in die g-Linie und Matt. Großartig! Alles zusammen: Klasseleistung der gesamten Mannschaft und danke auch an unseren Chef Rudi.